Archiv für Kategorie Selbstmanagement

Hohe Frauenquote in digitalen Führungsrollen – besseres Umfeld oder doch Signal eines gesellschaftlichen Wandels?

Ende letzten Jahres, am 18. November 2013, beschließen Union und SPD im Rahmen der Koalitionsverhandlungen eine Frauenquote von 30% in Aufsichtsräten börsennotierter Unternehmen bis 2016. Nur zwei Tage später stimmt das EU-Parlament für eine Frauenquote von 40% bis 2020 und setzt damit für ihre Mitgliedsstaaten ein ambitioniertes Ziel. Zuletzt lag der Frauenanteil in allen Führungsebenen des Bundes bei 40,9%, bei den Aufsichtsräten und Vorständen sind es hingegen nur 11,7%. Die Wirtschaft hat offensichtlich Nachholbedarf.

Also haben wir die i-potentials – Datenbank einer Analyse unterzogen und sind auf folgende Zahlen gestoßen: Von den insgesamt von uns vermittelten Kandidaten waren 37,8% Frauen und 62,2% Männer. Schaut man sich die Führungspositionen an, waren immerhin 27% Frauen und 73% Männer. Auch wenn die Anzahl der vermittelten weiblichen Chefs ca. 10% niedriger ist als die der vermittelten weiblichen Beschäftigten, so sieht man doch, dass eine Frauenquote von 30% in 2 Jahren bzw. 40% in 6 Jahren nicht komplett unrealistisch ist.

Auch in puncto Gründerinnen legt die Digitalbranche weiter zu: Gründerszene hat erst vor Kurzem dazu ein Special veröffentlicht und zahlreiche neue Gründerinnen vorgestellt.

Die Digitalbranche scheint dem Rest der Wirtschaft in Sachen “Frauen in Führungspositionen” damit ein kleines Stück voraus zu sein, auch wenn der allgemein sichtbare Trend zum Ungleichgewicht erhalten bleibt. Die Vorbedingungen scheinen gut, einige Hemmnisse bestehen aber scheinbar weiterhin. Bleibt nur zu klären: woran liegt es, dass die Digitalszene in dem Thema eine Entwicklung zeigt, die sich in anderen Feldern weniger stark beobachten läßt, gleichzeitig aber nach wie vor deutlich weniger Frauen als Männer in Führungsrollen sind? Liegt es daran, dass in der Digitalszene die so oft beschriebene gläserne Decke gar nicht existiert und Unternehmen einfach offener für Frauen in Führungspositionen sind? Wieviel liegt an den Frauen selbst? Gerät etwas in den Köpfen – wenn auch nur sehr langsam – in Bewegung?

Wir glauben, es ist eine Mischung aus den genannten Faktoren, aber echte Veränderung kann am Ende nur durch die Frauen selbst entstehen! Quoten helfen nur bedingt, weil mit ihnen versucht wird, eine Entwicklung zu beeinflussen, die sich nur schwer beeinflussen läßt (und noch niemand weiß, ob Frauen mit der Quote tatsächlich geholfen sein wird, oder ob sie ggf. sogar kontraproduktiv ist).

Das Umdenken geht langsam voran – wir erleben es täglich in unseren Gesprächen, wenn wir immer wieder erstaunt feststellen, wie wenig selbstbewusst exzellente Frauen sich an Führungsrollen trauen und wie wenig Interesse teilweise an Erfolg besteht. Wenn wir den Aussagen der Gespräche, die wir führen, folgen, liegt das zum einen daran, dass Frauen deutlich weniger planend und zielgerichtet agieren als Männer das z.B. im Rahmen ihrer Karriereplanung tun und zum anderen daran, dass Erfolg, so wie er aktuell in den Medien dargestellt wird, sehr männlich ist und von vielen Frauen als nicht erstrebenswert empfunden wird.

Was können wir also tun, um den beginnenden Wandel zu unterstützen?

Wir brauchen mehr weibliche Vorbilder, die zeigen, dass Erfolg auch weiblich sein kann und dass er erstrebenswert sein kann, weil er kombinierbar ist mit dem, was Frauen wichtig ist. Dafür brauchen wir Medien, die diesen Vorbildern eine Plattform geben und sie zu relevanten Themen interviewen (nicht immer zur Kombinierbarkeit von Familie und Beruf). Zum Glück läßt sich auch hier ein positiver Trend beobachten. Seien es Verleger bzw. Verlage, die Autorinnen wie Bascha Mika oder auch Sheryl Sandberg (noch mehr) Öffentlichkeit verschaffen, sodass eine öffentliche Diskussion beginnt und Aufmerksamkeit entsteht, seien es Magazine wie Bizz Miss oder Edition F, die Frauen konsequent in einen Wirtschaftskontext bringen oder sei es eine Frau auf einem Wirtschaftsmagazin wie Delia Fischer auf der Business Punk … die Veränderung hat begonnen und sie wird kommen. Man kann aber eben auch nicht am Gras ziehen, damit es schneller wächst….

Das Wichtigste für einen spürbaren Trend in Richtung Gleichgewicht sind Frauen, die die größten Chancen für Veränderung in sich sehen und handeln anstatt zu fordern – die aufhören, Männer in relevanten Positionen zu bitten, die Bedingungen für sie ändern und die keine Angst vor der eigenen Courage haben.

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2 wichtige Anlässe fürs Aufschieben

Jedem, dem der Zeitabstand zwischen diesem und dem letzten Post aufgefallen ist, wird sicher spontan der Gedanke gekommen sein: „Der Vorsatz hat ja lang gehalten!“ ….Stimmt! Aber nur zum Teil. In der Tat hab ich mich immernoch nicht dazu gebracht, regelmäßig hier zu schreiben, aber nichts desto trotz hab ich meinen Vorsatz ganz gut integriert bekommen….der Satz „Tu es gleich, sonst tust du es gar nicht“ hat wirklich Wunder gewirkt dieses Jahr …privat und auch bei i-potentials ….aber dazu später mehr. Heute würde ich mich gern über ein paar Ursachen fürs Aufschieben auslassen.

Wenn ich es mal runterbreche, warum ich die Dinge, die ich eigentlich tun will nicht tue, geht es in der Regel um 2 Sachen:

1. Unwissenheit darüber, was als nächstes kommt bzw. kommen soll bzw. das eigentliche Problem dahinter: unklare Prioritäten, weil in einem Moment alles extrem wichtig scheint und dann soviele Wahlmöglichkeiten bestehen, dass ich am Ende gar nichts mehr mache, weil ich mich nicht entscheiden kann. Diesem Übel bin ich jetzt mit einem einfachen Trick zuleibe gerückt: ich mache mir für jeden Tag maximal 5 Prioritäten, die es dann auch abzuarbeiten gilt und man sollte es kaum glauben…es funktioniert! Das Gefühl, die 5 erledigt zu haben, bringt sogar soviel Energie, dass es für einen Blogpost reicht 🙂

2. Unsicherheit – insbesondere im Zusammenhang mit einem leichten Hang zum Perfektionismus und der Angst Fehler zu machen, was ich dadurch angehen konnte, dass ich mir klar mache, was im schlimmsten Fall die Folgen sein können, die man sich sonst nie so richtig explizit macht und die einen aber dennoch aufhalten. Wenn man über die mal bewußt nachdenkt und realisiert, dass nichts Schlimmes passieren kann, schwinden plötzlich viele Hemmungen und man startet einfach mit den Dingen, die vor einem liegen.

Die richtig guten Lösungen sind meistens die Einfachsten!

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Die Sache mit den guten Vorsätzen

Ein neues Jahr kann viel bringen – meist vor allem gute Vorsätze. Mit ihnen zusammen kommt ein am Jahresende unbekannter und nicht erahnter Energiedrang – man hatte ja in der Regel auch genug Zeit um sich Energie anzufuttern und sich bei Mutti zu erholen.

In den letzten Jahren war ich eigentlich verschont von dem Phänomen der guten Vorsätze, aber dieses Jahr hat es mich auch gepackt: hab mir vorgenommen, den Satz ‚mach ich später‘ aus meinem Leben zu streichen und ihn durch ‚mach es gleich, sonst machst du es gar nicht‘ und ‚lieber halb gemacht und angefangen, als gar nicht gemacht‘ zu ersetzen, weil sonst meine Todo-Listen immer länger werden und man eigentlich viel zu viel Zeit damit verbringt, sich zu überlegen und zu koordinieren, was man noch machen muss. Zeit also für einen Wechsel!

Ich hab mit der Anwendung auch nicht erst bis zum 1.1. gewartet, sondern es schon fleißig in den letzten Tagen in den eigenen 4 Wänden erprobt und bin begeistert …schon gibt es neue Energie und alles ist erledigt (zumindest hier in der Wohnung … den Zustand hatte ich auch schon länger nicht mehr!).

Heute, mit dem Start des neuen Jahres, ist es Zeit, meinen neuen Vorsatz, den ich auch zum Leitsatz für i-potentials  mit Anna erklärt habe, öffentlich zu machen und endlich damit zu beginnen, mein eigenes kleines Blog zu betreiben bzw. zu befüllen. Geplant war das schon lange, alles aufgesetzt hab ich vor ziemlich genau 3 Jahren, angefangen hab ich bisher aber nicht, weil ich mir immer dachte ‚das machst du mal, wenn du etwas mehr Zeit hast!‘ – ein Satz, den jeder kennt und der ein übler Verursacher von Aufschieberitis ist.

Genau deshalb gehört er abgeschafft! …zumindest aus meinem Leben, denn ein Learning der letzten Jahre von mir ist, dass man sich – für die Sachen, die einem wichtig sind – Zeit nehmen muss…dann hat man sie auch – und ansonsten eben nicht. Die Aussage ‚dafür habe ich jetzt keine Zeit‘ bedeutet einfach nur, dass einem diese Sache in dem Moment nicht wichtig genug ist, um Zeit dafür einzuräumen. Das macht man sich allerdings viel zu selten bewußt, fühlt sich als Opfer und ärgert sich dann über sich selbst – perfekte Grundlage für Unzufriedenheit! An der Stelle kann man relativ leicht umdenken und einen Schritt in Richtung Eigenverantwortlichkeit gehen, indem man seine Gestalterrolle wahrnimmt, Entscheidungen trifft und die dann auch direkt umsetzt. … genau das mache ich jetzt …und ich mache es öffentlich, denn so hab ich noch einen Anreiz mehr, das Ganze nicht nur beim guten Vorsatz zu belassen, sondern es zum festen Verhaltensmuster zu machen. Ich bin gespannt 🙂

Happy New Year!

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